KATZEN

Wie finde ich das richtige Katzenspielzeug?

Viele Katzenbesitzer kennen das: Man sorgt sich oft „Dem Tier ist doch bestimmt langweilig so den ganzen Tag zuhause!“. Folglich durchstöbert man in regelmäßigen Abständen sämtliche Onlinezooshops nach dem neusten und innovativsten Katzenspielzeug. Nach dem Lesen von 35 Kundenrezensionen zu einem Artikel zieht man folgendes Fazit: 10 Kunden finden es ok, 12 schwören darauf, 10 haben nie etwas schlechteres gekauft, 2 finden die Qualität mist und einer findet es zwar schlecht aber dafür hübsch und vergibt deshalb trotzdem 4 Sterne.

Jeder Katze und jedem Halter also das seine, es wird wohl nichts über ausprobieren gehen. Schwups ist Federball mit Catnip Nr. 14 bestellt und Zuhause folgt dann die große Enttäuschung. Katze Nummer eins würdigt den Federball keines Blickes, aber stürzt sich mit großer Freude auf den Karton, um sich hineinzusetzen und sich herausragend zu präsentieren. Katze Nummer zwei riecht einmal neugierig an der knisternden Umverpackung, dann kurz am Federball, dann wieder am Cellophan – dann gesellt sie sich zu Katze Nummer eins und versucht ebenfalls einen Platz im Karton zu ergattern. Kurz fliegen die Fetzen – paffpaff –  Katze Nummer zwei sitzt im Karton und Katze Nummer eins liegt beleidigt auf ihrem Kratzbrett. Was lernen wir Halter daraus? Erstens: jede Katze ist anders. Zweitens: alle Katzen sind gleich.

 

das richtige Katzenspielzeug finden

 

Jede Katze ist anders.

Es gibt tatsächlich verschiedene Spieltypen unter den Katzen. Das ist der (zweite) Grund, warum es so viele verschiedene Spielzeuge auf dem Markt gibt. Eigentlich ist es der Grund, warum es so viele unterschiedliche Rezensionen gibt. Die eine Katze ist eher der Jäger und rennt hinter der Angel her, der andere Kater fummelt sich lieber Futter aus dem Spielbrett. Manche Katzen springen auf akustische Signale an, wobei andere Bewegungen interessanter finden.

Deshalb macht es Sinn herauszufinden, wie die eigene Katze tickt. Wenn man ein wenig Beobachtungsgabe mitbringt, ist dies auch gar nicht so schwer. Wichtig beim Herumtesten ist lediglich, einen geeigneten Moment abzuwarten. Wenn die Katze grade müde oder in kuschellaune ist, wird sie einem Ball keine Beachtung schenken, auch wenn sie eigentlich ein unentdeckter Fußballprofi ist.

Wenn du einmal herausgefunden hast, was deine Katze begeistert, dann bleib dabei. Versuche auch dann nicht sie von anderem zu überzeugen, wenn dir nach zwei Monaten täglichen Angelns die Hingabe etwas einschläft. Die meisten Katzen haben wechselnde Phasen, und wenn es soweit ist, wünscht du dir, dass sie doch endlich wieder auf die Angel anspringt. Freue dich also, wenn du etwas hast was sie glücklich macht. Denn ausgeglichene Katzen machen wiederum den Halter froh.

 

Alle Katzen sind gleich.

Es gibt Dinge in dieser Welt, auf die fährt nahezu jede Katze ab. Warum das so ist, bleibt ein ewiges Rätsel. Dazu gehören, wie du bestimmt weißt, Pappkartons. Ich mache mir dieses unbegreifliche Phänomen zu nutze und behalte oft den einen oder anderen größeren Karton einer Bestellung. Oft schneide ich noch zwei oder drei Löcher hinein, und die Beiden haben für zwei bis drei Wochen einen neuen Spielplatz. Gegen braune Kartonfarbe habe ich persönlich nichts, man kann sich aber auch die Mühe machen und die kostenlose Katzenbehausung weiß (oder je nach gefallen) ansprühen.

Alltägliche Gegenstände sind als potentielles Katzenspielzeug ebenfalls nicht zu verachten. Ich persönlich habe gute Erfahrungen gemach mit: Haargummis, zerknüllte Kassenzettel, Bindfäden, Schnürsenkel, Wollbanderolen, Teebeutel, verschweißte Tampons, braune Blätter, Tannenzapfen, Kastanien, Stöcke, Kabelbinder, zerknüllte Alufolie… es muss also nicht immer ein hightech-Teil sein. Natürlich hat da auch jede Katze seine Vorlieben, aber meist gefällt so ein alltäglicher Gegenstand besser als etwas gekauftes. Vor allem, wenn es vom Tisch gemopst wurde.

Nicht fehlen darf natürlich ein gleichgesinnter Spielgefährte. Fast alle Katzen mögen Gesellschaft sehr gerne, da Katzen von Natur aus keine Einzelgänger sind. Sie hängen, auch in freier Wildbahn, gerne in losen Gruppen ab. Dementsprechend toben viele Katzen gerne miteinander. Ich persönlich würde da nicht gerne als Sparringpartner herhalten wollen, und ebensowenig möchte ich die gemeinschaftliche Fellpflege übernehmen. Das können sie mal schön untereinander machen 😉

 

Was bei meinen Katzen funktioniert.

Zuletzt möchte ich doch noch einige Produkte nennen, welche hier im Hause gut funktionieren. Damit du eventuell abschätzen kannst, ob die Sachen für deine Katze auch funktioniert, versuche ich unsere beiden Katzenexemplare noch ein wenig zu Beschreiben.

Christel, die blinde Katze, ist eher ein direkter, dominanter, schmusiger Zeitgenosse der weiß was er wann will und wann was nicht. Sie jagt gerne zerknüllten Katzenbons (ähh Kassenzetteln) hinterher, da sie gut hören kann wo dieser landet und hinrollt. Sie ist eine begnadete Fußballerin und hat ein ordentliches Repertoire an Tricks auf Lager. Angeln liebt sie auch, aber dann muss man ordentlich durch die Luft peitschen oder das Gebamsel laut über den Boden ziehen. Recht beliebt ist da diese Federangel von Purrmania, da Christel die dicke Straußenfeder ordentlich fangen, verbeißen und treten kann. Sie ist da wirklich sehr grob, die Angel hält aber jetzt schon erstaunlicherweise über ein Jahr. Außerdem liebt sie Kissen mit Baldrianfüllung, im besten Falle rascheln diese zusätzlich. Katzenminze ist bei uns generell null interessant.

Ella, die dreibeinige Katze, ist quirrlich, klein, niedlich, verspielt, sehr neugierig und sehr schmusig und sensibel, würde das aber niemals zugeben. Ihr allerliebstes Spiel ist die Angel mit einem stink normalen Bindfaden dran. Damit spielt sie gerne dreimal täglich und fragt auch regelmäßig danach. Wenn wir mal nicht dazu kommen, weint und heult sie solange, bis wir ein schlechtes Gewissen haben. Die Straußenfederangel war bei Ella anfangs sehr beliebt, nach drei Wochen aber gar nicht mehr. Obwohl sie Kassenzettel uninteressant findet, mag sie ab und an einen Tennisball bebrüten. Außerdem mag sie alles, an dem sie mit ihrem einen verbliebenen Arm rupfen kann. Seit neustem Klickern wir zusammen, sie liebt es und fragt auch danach schon oft. Auch wenn ich extra dafür einen Klicker gekauft habe, ist er meiner Meinung nach unnötig und unvorteilhaft. Ich habe lieber beide Hände für Zeichen und Leckerchen frei, und schnalze stattdessen mit der Zunge.

Nun zu dem, was beide lieben: Zum einen wäre da dieser Tunnel aus Stoff für Katzen. Wir haben ihn jetzt seit zwei Jahren und er liegt 24/7 unter unserem Küchentisch. Beide nutzen ihn gerne zum gemeinsamen Toben, oder auch als Hindernis beim Angelspiel. Diese Anschaffung hat sich wirklich mehr als gelohnt und sollte er irgendwann aus dem Leim gehen, werde ich ihn definitiv nachkaufen. Auch noch zu erwähnen ist da die Kugelbahn von CatIt, auch wenn sie nicht immer bespielt wird. Sie steht ebenfalls unter unserem Esstisch. Mittlerweile gibt es auch ein ähnliches Exemplar in weiß und ohne blau, was den Vorteil hat dass es nicht blau ist (dieser Blog heißt schließlich nicht cat and blue!) und dass die Öffnungen zum Pföteln durchgängig sind.

 

Sechs Tipps zum Schluss.

  1. Räume das Katzenspielzeug von Zeit zu Zeit weg. Das Interesse wird oft wiedergeweckt, wenn das Spielzeug dann wieder hervorgeholt wird.
  2. Manchmal haben Katzen ruhigere Phasen und manchmal sind sie aktiver. Mach dich also nicht gleich verrückt, wenn deine Katze mal nicht spielen möchte. Du kennst deine Katze aber am besten uns weißt auch, wann ihr wirklich etwas fehlt.
  3. Jede Katze hat mal ihre tollen fünf Minuten, egal ob Freigänger oder Wohnungskatze. Sie darf dann auch mal wahnsinnig durch die Wohnung hetzen und dabei wiehern wie ein dämonisches Ross, ohne dass du ein schlechtes Gewissen bekommst.
  4. Gemeinsam Zeit mit der Katze zu verbringen fördert die Beziehung. Das kann spielen sein, oder auch anderes. Manche Katzen mögen es wenn man mit ihnen spricht, andere schmusen gern. Finde heraus, was für euch passt. Ein bisschen Spiel sollte aber, vor allem bei reinen Wohnungskatzen, schon mit dabei sein.
  5. Ungeliebtes Spielzeug brauchst du nicht wegzuwerfen. Tierheime und Tierschutzvereine freuen sich oft darüber, nachfragen kostet nichts.
  6. Genieße die Zeit mit deiner Katze, denn sie tut es auch (auch wenn sie es manchmal nicht zugibt).

 

Und womit spielt deine Katze gern?

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